Förderung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum: Bittmann-Stiftung vergibt erstmals Stipendien für angehende Allgemeinmediziner

Meisenheim, September 2020. Hausarztpraxen im ländlichen Raum zu besetzen wird immer schwieriger. Auch Meisenheim ist von dieser problematischen Entwicklung betroffen und in naher Zukunft von der ärztlichen Unterversorgung bedroht.
Die Bittmann-Stiftung möchte nun mit einem Stipendium für angehende Hausärzte diesem negativen Trend entgegenwirken. Ab sofort können sich daher Medizinstudentinnen und-studenten oder Ärzte in der Fachausbildung Allgemeinmedizin bei der Stiftung um ein Stipendium bewerben. Ab dem Sommersemester 2021 sollen dann mindestens zwei Stipendien vergeben werden, um den angehenden Ärzten durch eine monatliche Unterstützung ein zügiges Studium zu ermöglichen. Das Stipendium ist dabei an die Verpflichtung gebunden, sich nach erfolgreichem Abschluss als Hausärztin oder Hausarzt in der Stadt Meisenheim niederzulassen.

In Rheinland-Pfalz ist etwa jeder vierte Arzt älter als 60 Jahre. Nachfolger für Praxen zu finden ist seit Jahren immer schwieriger geworden. Allein in Meisenheim wird nach aktuellem Stand von ehemals acht niedergelassenen Hausärzten ohne Neubesetzung im Jahr 2028 nur noch einer praktizieren. Die Versorgung von Patienten aus Meisenheim und Umgebung wird dann vor Ort nicht mehr ausreichend möglich und mit langen Wegen verbunden sein.

Die Bittmann-Stiftung beobachtet diese bedenkliche Entwicklung schon länger mit Sorge und hat sich Gedanken dazu gemacht, wie sie hier tätig werden kann. „Wir möchten dazu beitragen, die hausärztliche Versorgung in Meisenheim und damit einen wichtigen Standortfaktor langfristig sicherzustellen“, so Eugen Krax, Stiftungs-Vorstand. „Daher haben wir uns dazu entschieden, zum Sommersemester 2021, je nach Bewerberanzahl, mindestens zwei Studentinnen oder Studenten der Humanmedizin mit einem Stipendium zu unterstützen. Das Stipendium ist dabei an die Auflage gebunden, dass die Absolventen nach Ablegung der Facharztprüfung zur Allgemeinmedizin als niedergelassene Hausärzte i.d.R. für mindestens zehn Jahre in Meisenheim in eigener Praxis oder als Angestellte tätig sein werden.“

Um ein Stipendium können sich Studenten aus ganz Deutschland bzw. mit Arbeitserlaubnis in Deutschland in jeder Phase des Studiums, oder Ärzte in der Fachausbildung zum Allgemeinmediziner bewerben. Die Förderdauer läuft maximal über zwölf Studiensemester und fünf Jahre der Fachausbildung zum Allgemeinmediziner – also je nach Eintrittsphase in etwa elf Jahre lang. Die Bewerbungsphase beginnt ab sofort. Zum Ende des Jahres werden dann diejenigen Bewerber, die das Gremium mit ihrer Persönlichkeit, ihrem Wissen und ihren Visionen am meisten beeindrucken, für die Stipendien ausgewählt.

Eugen Krax: „Mit den Stipendien werden wir gleich zwei der Prinzipien unseres Stiftungsgedanken gerecht. Die Förderung junger Talente und der Beitrag zum Allgemeinwohl in unserer Heimat: Wir möchten gemeinsam mit den angehenden Ärzten einen Grundstein für den Aufbau ihrer beruflichen Zukunft legen und gleichzeitig den Erhalt der medizinischen Versorgung in unserem ländlichen Raum gewährleisten. Die von der Bittmann-Stiftung für zukünftige Landärzte vorgesehene Förderung mit bis zu 900€ pro Monat ist eine der höchsten in Deutschland. Wir wollen mit dieser substanziellen Unterstützung ermöglichen, dass sich die zukünftigen Mediziner ihre Ausbildung konzentrieren können und diese möglichst schnell abschließen, um in Meisenheim zu praktizieren.“

Das Ärzteschwinden betrifft natürlich nicht nur Meisenheim. Daher freut sich die Bittmann-Stiftung auch über Mitstreiter, die sich von dieser Idee begeistern lassen, um auch weitere Verbandsgemeinden unserer Region zu fördern. „Wenn sich andere Organisationen oder Privatpersonen vorstellen können, unserer Medizinstipendium-Initiative gleich zu tun, sind wir gerne bereit, sie dabei mit unserem nun erworbenen Kow-How zur Vorgehensweise zu unterstützen. Natürlich freuen wir uns auch, wenn wir, die Bittmann-Stiftung, zweckgebundene Spenden erhalten und dadurch selbst weitere Stipendien vergeben können“, betont Eugen Krax. Interessierte können sich gerne direkt an Eugen Krax und die Bittmann-Stiftung wenden.
01577/2075578 oder eugen.krax@bito.com

Die Bittmann-Stiftung möchte ab Sommersemester 2021 Medizinstipendien vergeben mit dem Ziel, die medizinische Versorgung in Meisenheim langfristig zu sichern. Eckhard Schüßler, Vorstand Bittmann-Stiftung Landrätin Bettina Dickes, Eugen Krax, Vorstand Bittmann-Stiftung, Sabine Bittmann Vorstandsvorsitzende Bittmann-Stiftung, VG-Bürgermeister Uwe Engelmann und der Meisenheimer Stadtbürgermeister Gerhard Heil (nicht auf dem Foto) freuen sich über zahlreiche, spannende Bewerber um die Stipendien und werden die Stiftung mit besten Kräften in ihrem Vorhaben unterstützen.

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